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Gründungskonferenz Arbeit - Werte - Demokratie
Eine Nachbetrachtung von Burkhard Gocht
Am 7. und 8. März 2003 fand in Moritzburg eine Konferenz zum Thema "Arbeit - Werte - Demokratie. Positionen zur gerechten Verteilung von Erwerbsarbeit." statt (s. Veranstalter).
Initiator war Werner Schmiedecke, der seit längerem versucht, die EKD für eine eindeutige Positionierung zu gewinnen. Die EKD hatte in Folge seines Bestrebens bereits 1999 eine Studie zum Thema beim Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD in Auftrag gegeben. Obwohl die Studie Handlungsbedarf aufzeigt, fehlte den Synodalen offenbar der politische Entscheidungswille.
Ziel der Konferenz in Moritzburg war, verschiedene "Einzelkämpfer" bzw. Initiativen zusammenzubringen, aktuelle Handlungsfelder zu erschließen und das Thema einfach "am kochen zu halten". Möglicherweise wird daraus ein Netzwerk entstehen, die Interessenten tagten am Sonntag noch dazu.
Ein paar wichtige Grundaussagen der Referenten:
- Umverteilung von Erwerbsarbeit ist prinzipiell möglich, hat jedoch bei konkreten Projekten in der Vergangenheit eher zur Arbeitsplatzsicherung als zur Schaffung neuer Arbeitsplätzen beigetragen. (Rinderspacher)
- Dennoch gab es erfolgreiche Projekte, z.B. im Bereich der IG Metall Niedersachsen, die sich auf viele, wenn auch nicht auf alle Bereiche des Arbeitsmarktes übertragen ließen. (Köther)
- Eine Vollbeschäftigung nach dem Modell der 70er Jahre (z.B. 40-Stunden-Woche für alle) wird nicht mehr erreicht werden. (Höppner)
- Klischees müssen hinterfragt werden. (Höppner)
- Arbeit ist Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und gibt dem Leben Sinn. (fast alle Referenten)
(Bei allen Statistiken und Folgeabschätzungen ist deshalb zu bedenken, dass es also einen Bedarf an Arbeit gibt, der unabhängig von finanziellen Interessen ist oder dessen primäres Ziel gesellschaftliche Anerkennung ist. Wobei sich letztere natürlich oft über materielle Entlohnung definiert.)
Mein Fazit:
Es lohnt sich, weiter über diese Thematik nachzudenken und auf Veränderungen zu drängen, da das Problem Arbeitslosigkeit unabhängig vom Wirtschaftswachstum weiter zunehmen wird.
Hauptgegner von Veränderungen im Sinne von mehr sozialer Gerechtigkeit sind Arbeitgeberverbände und die Dummheit. Deshalb brauchen wir starke Gewerkschaften und bessere Bildung!
Das vermeintliche Wunderkind "Wirtschaftswachstum" muss gründlich entmythologisiert werden; den damit verbundenen ökologischen und ökonomischen Gefahren für die Zukunft ist wieder mehr Beachtung zu schenken.
Eventuelle Ansatzpunkte für eine Weiterarbeit:
langfristig:
- Umdenken in der Definition von Wohlstand (Zeit ist Leben)
- teilweise Entkoppelung von Einkommen und Arbeit
- Einführung einer sozialen Grundsicherung
- sozialpolitische Bildung stärken
mittelfristig:
- Verlagerung der Finanzierung der Sozialkosten, weg von Arbeitseinkünften, hin zu anderen Einkommensarten und/oder zum Verbrauch
- Aufklärungsarbeit, Klischees hinterfragen
- Bildungsarbeit im Sinne des Themas
kurzfristig:
- Erschließung weiterer Interessenten und Initiativen
- Aufbau einer Internetplattform für das Netzwerk mit der Möglichkeit zum Meinungs-, Informations- und Dokumentenaustausch
- Erfassung, Einwerbung und Bereitstellung von relevanten Dokumenten und kompetenten Beiträgen
Burkhard Gocht
B90/Grüne, KV Löbau-Zittau
Spreedorfer Straße 144
02730 Ebersbach
Tel.: 0 35 86 / 36 57 85
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